Saatgut für Alle

Seit 2011 ist Hansjörg Rinklins beruflicher Schwerpunkt die Arbeit und die Beratung von Öko-Kleinbauerngruppen, vor allem die Förderung des Saatgutanbaus von Gemüse- und Gründüngungspflanzen in unterschiedlichen
Klimazonen bei AOPA: Dazu gehören neben der laufenden Begleitung vor Ort auch Lehre an einer Hochschule, Versuchsarbeit, Vernetzung mit anderen
Organisationen gleicher Zielsetzung, politische Vertretung bei staatlichen Organen und Bewusstseinsbildung bei Konsumenten.

In all dem sieht er seinen Beitrag zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Ein großer Erfolg ist, dass AOPA von der Regierungsorganisation
EMBRAPA den Zuschlag für eine Aufbereitungsanlage
erhalten hat, in der Biosaatgut getrocknet, gereinigt und verpackt werden soll.
In Gesprächen hatte sich herausgestellt, dass von den vier in Betracht
kommenden Organisationen AOPA die einzige war, die bereits Biosamen erzeugt.
Hansjörg Rinklin wird sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung beratend und mitentscheidend beteiligt sein.

Jetzt können Partnerschaften mit Biobauern aus anderen Regionen eingegangen werden, die selbst keinen Biosamen erzeugen können. Somit kann der Saatgutanbau durch die AOPA-Mitglieder ausgeweitet werden.

Das große Ziel ist die Erhaltung und Vermehrung regional angepasster Sortern und darüber hinaus deren züchterische Verbesserung in der kleinbäuerlichen
Landwirtschaft. Damit soll die regionale Vielfalt in der Produktion wiederhergestellt und die Nachhaltigkeit gesichert werden.

Hansjörg Rinklin hat während seiner Deutschlandreise im November 2019
einen anschaulich bebilderten Erfahrungsbericht seiner Arbeit geben. Dabei beleuchtete er die rechtliche und wirtschaftliche Lage der gentechnikfreien Landwirtschaft in Brasilien. Anhand aktueller Beispiele ging er auf die Chancen und Hemmnisse ökologisch wirtschaftender kleinbäuerlicher Betriebe angesichts einer mächtigen Koalition von Großgrundbesitz und Agrarindustrie ein.